Tipps & Anleitungen

Welches ist das beste Format für ein Wissenschaftsposter?

Wenn du ein Konferenzposter planst, wird eine deiner ersten Fragen sein, welches Format dein Konferenzposter haben soll. Es gibt einige Überlegungen, die du anstellen kannst und die dir bei der Entscheidung helfen.

Wo wirst du dein Wissenschaftsposter zeigen?

Das ist die erste Frage, die du dir stellen solltest. Wird es an einer Postersession bei einer Konferenz sein? Wirst du es an einem Workshop oder einer Präsentation in (d)einer Forschungsgruppe zeigen? Wirst du es für die Lehre einsetzen, also zum Beispiel in einem Seminar? Oder wird es dauerhaft in den Räumlichkeiten deines Instituts hängen?
Davon wird nämlich einerseits abhängen, wie viel Platz dir für die Posterpräsentation zur Verfügung steht, andererseits, wie nahe das Publikum an dein Poster herantreten kann, um es zu betrachten.

Konferenzposter an einer Postersession zeigen

Wenn dein Konferenzposter in einer Postersession gezeigt wird, erhältst du von den Veranstaltern meist Vorgaben für das Format des Posters. Falls nicht, solltest du dich bei den Veranstaltern erkundigen. Wenn es keine Vorgaben gibt, dann frage, wo und wie das Poster aufgehängt wird. Oft wird es an eine Stellwand gepinnt, und die verfügt über bestimmte Abmessungen. 
Standard sind Stellwände mit einer Höhe von 1.80 m und einer Breite von 1 m (seltener 1.20 m). 
Zieht man diese Masse in Betracht, schränkt sich die Auswahl an Formaten bereits etwas ein.  Ein Poster im Format DIN A0 ( 84.1 x 118.9 cm) wirst du an einer Stellwand also nur im Hochformat zeigen können. Ein Poster in DIN A1 (59,4 x 84.1 cm) hingegen auch im Querformat. 
Wissenschaftsposter im DIN A0 Hochformat sind beliebt. Für Postersessions, wo sich meist viele Leute auf engem Raum tummeln, halte ich ein grosses Hochformat allerdings für weniger geeignet. Weshalb?

Das menschliche Gesichtsfeld bei der Posterbetrachtung

Gesichtsfeld violett

Wir Menschen verfügen über ein vertikales Gesichtsfeld von etwa 130°. Steht eine etwa 1.60 m grosse Person einen halben Meter vor dem Poster, so wird sie - ohne den Kopf neigen zu müssen - alles was etwa zwischen 1.90 m und 1.05 m Höhe liegt, bequem erfassen können. Bei einem Poster im DIN A0 Hochformat, das an einer 1.80 Meter hohen Stellwand hängt, entgeht ihr damit mehr als das untere Drittel des Konferenzposters. Die Person müsste sich bücken, um auch den letzten Teil des Plakats gut lesen zu können. Das tut sie jedoch nur, wenn sie sich wirklich für dein Forschungsthema interessiert.
An einer Postersession steht dein Poster allerdings in (Aufmerksamkeits-) Konkurrenz zu vielen anderen Wissenschaftspostern. Wenn du dein Poster im Querformat - wegen der verfügbaren Grösse der Stellwand wohl in DIN A1 - präsentierst, machst du es deinem Publikum leichter. Ein kleineres Format zwingt dich auch, dich wirklich auf den wesentlichen Inhalt deiner Forschung zu konzentrieren. Meist kommt das dem Plakat zugute. Bedenke auch, dass ein Poster im Querformat besser von mehreren Personen gleichzeitig begutachtet werden kann, ohne dass sich diese auf die Füsse treten.

Posterpräsentation in einer kleineren Gruppe

Wer sein Wissenschaftsposter in einer kleineren Gruppe an einem Workshop oder in einem Seminar vorstellt, geniesst etwas mehr Freiheiten bei der Wahl des Formats. Die Teilnehmenden können sich freier bewegen und haben vermutlich mehr Zeit, um dein Wissenschaftsposter eingehend zu studieren. Die Überlegungen zum Gesichtsfeld gelten jedoch auch hier. 

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Präsentation des Wissenschaftsposters im Institut

Soll das Poster zum Beispiel im Gang des Instituts oder an einem Ort mit viel Bewegungsfreiraum gezeigt werden, ist man noch einmal freier in der Wahl des Formats. Du kannst das Poster etwas höher aufhängen, dadurch lässt es sich besser betrachten. Das Publikum kann es von nah oder fern betrachten (Achtung: Schriftgrösse!). Da ein Hochformat etwas eleganter, leichter wirkt und das Auge dank Werbeplakaten und Plakatsäulen an das Hochformat gewöhnt ist, werden sich die meisten wohl dafür entscheiden. Bedenke aber auch hier: Enthält das Poster viel Text und viel Information, ist es für Betrachtende einfacher und angenehmer, es im Querformat anzusehen und zu erfassen. 

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Werde zum Kurator, zur Kuratorin deines Posters

Bist du frei in der Gestaltung des Wissenschaftsposters? Warum nicht das DIN-Format verlassen? Runde, quadratische oder vieleckige Poster ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich und können dein Thema womöglich noch besser transportieren. Konturengeschnittene Poster oder Platten sind heute relativ günstig zu haben.

Fazit

  • Die Wahl der Postergrösse ist abhängig vom Ort, an dem das Konferenzposter präsentiert wird. 
  • Auch der Inhalt bestimmt die Grösse. Inhaltskonzentration kommt dem Poster allerdings meist zugute.
  • Ein Wissenschaftsposter in DIN A0 im Hochformat kann nicht vollständig erfasst werden, ohne den Kopf neigen oder sich bücken zu müssen.
  • Ein inhaltsreiches Wissenschaftsposter lässt sich im Querformat besser lesen. Mehrere Personen können es gleichzeitig betrachten.
  • Ein Hochformat wirkt eleganter, ein Querformat stabiler und selbstbewusster.

 

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Die AutorinTanyaKarrer Wissenschaftspo kontakt
Zeit ihres Berufslebens hat Tanya Karrer mit Wissenschaft zu tun, meistens mit der Kommunikation und Vermittlung des Wissens an ein breites Publikum. Mit ihrer Firma constoria.ch tut sie das mithilfe von Geschichten. Kontakt


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